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Frankreich: Emmanuel Macron gewinnt Präsidentschaftswahl – linke Proteste in Paris

Wie schon 2017 wird Emmanuel Macron den zweiten Wahlgang gegen Marine Le Pen gewinnen und französischer Präsident bleiben. Diesmal war das Ergebnis allerdings etwas knapper: Macron gewann 58,8 Prozent der Stimmen und Le Pen 41,2 Prozent, so die erste Prognose. 2017 gewann Macron 66:34.

Die Wahlbeteiligung im zweiten Wahlgang lag laut erster Prognose bei 71,8 Prozent, das sind rund drei Prozentpunkte weniger als 2017. Auch im ersten Wahlgang vor zwei Wochen lag sie leicht höher. Bis 20 Uhr konnten insgesamt 48,7 Millionen Franzosen ihre Stimme abgeben.

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Zu den Klängen der Europahymne „Ode an die Freude“ traten Macron und seine Frau Brigitte, begleitet von diversen Kindern, gegen 21.30 Uhr vor beeindruckender Kulisse auf dem Champ-de-Mars an der Eiffel vor seine Anhänger Turm in Paris, der zuvor einen singenden Sieg bei französischen Nationalhymnen errungen hatte.

Anhänger des französischen Präsidenten Emmanuel Macron feiern am Eiffelturm mit nationalen und europäischen Flaggen

Quelle: dpa / Lewis Joly

Macron forderte, dass Marine Le Pen und ihre Wähler nicht ausgebuht werden. Klar ist ihm auch, dass ihn viele vor allem wählen würden, um Le Pen zu verhindern. Er ist jetzt Präsident von ganz Frankreich. Er muss Antworten auf den Zorn der Wähler von Le Pen finden. Heute beginnt er eine neue Ära, anstatt nur seine erste Amtszeit fortzusetzen. Macron betonte aber auch: „Ich will ein humanistisches, soziales, europäisch-freundliches und ökologisches Projekt.“

An anderen Orten in Paris, im Viertel „Les Halles“ und auf der Place de la République, kam es unterdessen am Abend zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen überwiegend linken Demonstranten gegen Macron und der Polizei, die Tränengas einsetzte.

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Marine Le Pen attackierte in ihrer Rede nach dem Ausgang die Medien, Macron und Europa

Was: REUTERS

In der ersten Reaktion räumte Marine Le Pen im Wesentlichen ihre Niederlage ein, warf Medien, Öffentlichkeit, politischen Gegnern und Macron jedoch eine „brutale und gewalttätige“ Verleumdungskampagne gegen sie vor. Fast 42 Prozent der Stimmen zu bekommen, ist auch ein Gewinn für sie. Sie dankte insbesondere den Franzosen auf dem Land und in der Provinz, von denen sie eine Mehrheit erhielt. Es fährt auch in sozial benachteiligten Überseegebieten.

„Wir sind entschlossener denn je, die Franzosen zu verteidigen. Wir wurden tausendmal begraben, aber ich hoffe und mache weiter “, sagte Le Pen. Sie beschuldigte Macron, Frankreich für weitere fünf Jahre zu zerstören. Sie und ihre Anhänger, denen die Nation am Herzen liegt, „würden sich nicht fügen.“ Eliten und Europa.“ „Ich werde die Franzosen niemals enttäuschen“, sagte sie. Laut französischen Medienberichten rief Le Pen Macron vor ihrer Rede an.

Noch weiter rechts sprach Le Pens Konkurrent Eric Zémmour, der in der ersten Runde ausgeschieden war, von einer „angekündigten Niederlage“ von Le Pen, die „leider, leider“ seit Jahren kommen lasse. Er nannte Macrons Wähler „Schafe“. Zémmours Hoffnung ist nun, bei der Präsidentschaftswahl 2027 für den rechten Nationalpräsidenten zu kandidieren – Macron wird nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten können. „Der nationale Block muss sich vereinen“, sagte Zémmour.

Kurz nach Bekanntgabe der Ergebnisse sagte Jean-Luc Mélenchon, der im ersten Wahlgang Dritter wurde und 2027 nicht mehr antreten wollte: „Die Niederlage von Le Pen ist eine gute Nachricht für die Einheit unseres Volkes.“ erklärte der Linkspopulist. Allerdings bleibt Macron nur mangels Alternativen an der Macht und wurde nur gewählt, um Le Pen zu verhindern. „Er surft auf dem Meer von Nichtwählern und Abstinenzlern“, sagte Mélenchon.

Einer ersten Analyse des Forschungsinstituts Ipsos zufolge haben im zweiten Wahlgang deutlich mehr Mélenchon-Wähler für Macron (42 Prozent) als für Le Pen (17) gestimmt. 17 Prozent haben eine ungültige Stimme abgegeben, 24 Prozent haben nicht gewählt.

Den größten Stimmenanteil erhielt Macron laut Umfrageinstituten bei Menschen mit einem monatlichen Einkommen von über 3.000 Euro, bei Wählern über 60, jungen Wählern zwischen 18 und 24 sowie in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Le Pen hingegen lag unter den Wählern mit einem Mindestlohn oder darunter und in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen an erster Stelle.

Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte Macron verlassen das Wahllokal

Quelle: dpa / Gonzalo Fuentes

Macron und seine Frau Brigitte haben am Sonntagnachmittag im nordfranzösischen Le Touquet-Paris-Plage gewählt. Hunderte Menschen warteten im Zentrum der Küstengemeinde und vor dem Wahllokal auf Macrons Ehemann. Der Präsident schüttelte ihm für einige Minuten die Hand, verteilte Autogramme und ließ sich mit ihm fotografieren.

Im Wahlkampf führte er einen Wahlkampf mit einem klar proeuropäischen Programm, während sein Rivale Le Pen einen nationalistischen Kurs propagierte. Macron Le Pen präsentierte den Inhalt mehrfach in einem einzigen Fernsehduell zwischen den beiden Kandidaten am vergangenen Mittwoch.

Im Juni folgen die Parlamentswahlen in Frankreich, direkt gefolgt von Le Pen und Mélenchon. In der Nationalversammlung verfügt Macrons Fraktion bisher über die absolute Mehrheit, doch wird es nach Ansicht verschiedener Experten schwer, diese zu verteidigen. Macrons Partei La République en Marche (LREM) ist deutlich weniger populär als Macron selbst.

Vielleicht käme es zu einer Koalition mit den christdemokratischen „Républicains“ (LR), an der sich Ex-Präsident Nicolas Sarkozy wieder beteiligt.

Scholz und Lindner sprechen über ihr Engagement für Europa

Bundeskanzler Olaf Scholz nannte die Wahl Macrons ein “starkes Bekenntnis zu Europa”. Auf Twitter schrieb er: „Herzlichen Glückwunsch, herzlichen Glückwunsch, lieber Präsident Emmanuel Macrone. Auch Ihre Wähler haben heute ein starkes Bekenntnis nach Europa gesendet. Ich freue mich, dass wir unsere gute Zusammenarbeit fortsetzen werden!“ Macron reist am Montag zu Scholz nach Berlin.

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FDP-Chef und Bundesfinanzminister Christian Lindner sprach vom Sieg eines “vereinten Europas”. „Diese Wahlen waren eine Richtungsentscheidung. Es waren grundlegende Wertefragen“, schrieb er auf Twitter.